10 Tipps für eine Firmengründung in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Was ist zu beachten wenn ich in den Emiraten eine Firma gründen will? Gibt es Steuern in den Emiraten? Wie aufwendig ist eine Gründung? David Paulson von der Firma Swiss Financial Yard in der Schweiz ist spezialisiert auf Firmengründung in Dubai, Ras al Khaimah und gibt nützliche Tipps.
10 Tipps für eine Firmengründung in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden bekannt durch ihre Zugpferde Dubai und Abu Dhabi und bestehen insgesamt aus 7 Emiraten. Dazu zählen Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra"s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain. Ra"s al-Chaima oder auch geschrieben "Ras al Khaimah" (RAK) gewinnt zudem neben Dubai und Abu Dhabi immer mehr an Bedeutung und gilt als sehr stark in der Ansiedlung von neuen internationalen Unternehmen.

Was ist zu beachten wenn ich in den Emiraten eine Firma gründen will? Gibt es Steuern in den Emiraten? Wie aufwendig ist eine Gründung? David Paulson von der Firma Swiss Financial Yard in der Schweiz ist spezialisiert auf Firmengründung in Dubai, Ras al Khaimah und Abu Dhabi und ist seit 2009 auf diesem Gebiet tätig. Er gibt 10 Tipps für eine Firmengründung in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Tipp 1
Der richtige Anbieter
Im Internet wimmelt es von Anbietern die Firmengründungen in Dubai, Ras al Khaimah oder Abu Dhabi anbieten. Fragen Sie nach der sogenannten "corporate services licence". Diese Lizenz benötigt der Anbieter um Firmengründungen in den VAE anbieten zu dürfen. Wird diese nicht vorgezeigt, so handelt es sich in der Regel um einen Vermittler der allerdings keine Verantwortung bei möglichen Problemen oder Verzögerungen einer Gründung übernimmt. Zu beachten ist, dass die Emirate nicht das günstigste Land für Firmengründungen sind. Die Vorzüge sind jedoch erheblich: Ausgezeichnete Infrastruktur, Zentraler Standort, international hohe Reputation, auf keiner schwarzen Liste für Steueroasen und trotzdem vollumfänglich steuerbefreit.

Tipp 2
Persönlicher Kontakt

Von online Firmengründungen sollte generell Abstand gehalten werden. Der persönliche Kontakt ist maßgebend und zudem von den jeweiligen Freihandelszonen vorgeschrieben. Registrierte Agenten aus oder für die Vereinigten Arabischen Emirate sind verpflichtet ihre Mandanten zu identifizieren. Entweder persönlich oder über einen Notar.

Tipp 3
Die Wahl des passenden Emirates

Dabei kommen für Ausländer die Emirate Dubai und Ras al Khaimah (RAK) am geeignetsten in Frage. Beide Emirate haben sogenannte Freihandelszonen errichtet. Freihandelszonen sind eigenständig kontrollierte und räumlich begrenzte Zonen, die es Ausländern erlauben ohne einen sogenannten "local" (min. Beteiligung von 51% durch einen Einheimischen) eine Firma zu gründen. Somit ist eine 100%ige Eigentümerschaft durch den ausländischen Investor gewährleistet. Zudem sind die Freihandelszonen generell von jeglicher Steuer befreit. Die Steuerbefreiung auf Gewinne, Umsätze wie auch Lohnsteuern ist garantiert. Zu beachten sind allfällige steuerliche Folgen bei einer Auslandsbeherrschung (Aktionäre und Geschäftsführung sitzt im Ausland). In einem solchen Fall kann es sein, das der Staat indem die Aktionäre ansässig sind Steuerforderungen stellt. Dies sollte vor einer Gründung mit einem Experten besprochen werden.

Tipp 4
Die Wahl der passenden Gesellschaftsform

Planen Sie lediglich internationale Klienten in ihrem Geschäftsmodell, ist ein Lösungsansatz die International Business Company (IBC) in Ras al Khaimah. Ras al Khaimah bietet die Vorzüge einer "Freezone Company" und erlaubt mit dieser Gesellschaftsform internationale Geschäfte, außer in den Emiraten selbst. Fazit: geringe jährliche Kosten und hohe Steuervorteile. Planen Sie allerdings Geschäfte mit den Emiraten direkt abzuwickeln, so wählen sie entweder eine FZE (Freezone Company) mit dementsprechender Lizenz (z.B. Handelslizenz, Beratungslizenz, etc.) mit der Berechtigung, mit allen Freihandelszonen in den Emiraten zu Geschäften oder sie gründen eine sogenannte LLC (Limited Liability Company - z. B. Bauunternehmen) mit uneingeschränkter Lizenz für den gesamten Raum in den VAE. Zu beachten ist, dass die meisten Firmen in den VAE ihre Gesellschaften in einer Freihandelszone errichtet haben (Steuervorteile) und somit in vielen Fällen eine FZE (Freezone Entity) ausreichend ist.

Tipp 5
Reine Offshore Gesellschaften

Nur sogenannte "International Business Companies" können in wenigen Tagen gegründet werden, da diese ausschließlich international tätig werden dürfen, jedoch keine Lizenz für die VAE erhalten, was den Gründungsprozess erheblich verkürzt. Verlangt wird für die Gründung und Kontoeröffnung der passende Firmenname, eine Bankreferenz des Gründers und Direktors, eine Wohnsitzbestätigung (auch in Form einer Rechnung möglich, die regelmäßig ans Domizil kommt) sowie eine Passkopie.
Sofern der Gründer eine Firma ist, müssen die Urkunden der Muttergesellschaft bei einer Botschaft der UAE beglaubigt werden, sowie vor Ort in Dubai beim "Ministry of Foreign Affairs" überbeglaubigt werden (dies verzögert den Gründungsprozess um ca. 1 Woche). Die Gründung einer International Company kann ohne einen Besuch in den Emiraten vollzogen werden. Die Dauer bis zum Eintrag nimmt in der Regel 5 - 10 Tage in Anspruch. Die Hinterlegung von Gründungskapital wird nicht vorgeschrieben.
Gesellschaften mit Lizenz (aktiv in den VAE)

Gesellschaften in Freihandelszonen mit Lizenz (Geschäfte vor Ort) sind in der Gründung aufwendiger und dauern in der Regel 6 Wochen bis zum Eintrag. Ein Stammkapital von umgerechnet EUR 20"000.- wird für die Gründung vorausgesetzt (ähnlich einer GmbH) und steht der Gesellschaft vollumfänglich zur Verfügung. Die Einzahlung auf das Konto der neuen Firma wird verlangt um die Lizenz zu lösen und aktiv werden zu können. Gesellschaften die außerhalb der Freihandelszonen aktiv arbeiten möchten (LLC) werden abhängig von der Freihandelszone und der Geschäftstätigkeit mit höheren Stammkapitaleinzahlungen gegründet (gesetzl. vorgeschrieben).

Tipp 6
Die Wahl der passenden Bank

Banken in den UAE, mit Fokus auf Dubai, Ras al Khaimah und Abu Dhabi sind durchaus unterschiedlich zu bewerten. Seriöse Anbieter von Firmengründungen in Dubai informieren Sie darüber, dass ein persönlicher Besuch bei der jeweiligen Bank vorgeschrieben ist. Banken setzen eine persönliche Identifikation aller Kontoberechtigten Personen voraus. Zuzüglich verlangen Banken in der Regel eine Bankreferenz, Lebenslauf, Businessplan (in abgekürzter Form), sowie eine Bestätigung vom Wohnsitz aller bevollmächtigten Person sowie allenfalls weitere Dokumente.

Wichtig ist die Ansprechperson in der Bank

Oft sind Mitarbeiter mit indischer Herkunft die Kundenbetreuer und dies kann aufgrund von Mentalitätsproblemen zu teilweisen Verzögerungen führen. Achten Sie darauf, dass ihre Kanzlei eine langjährige Erfahrung mit Banken in den VAE vorweist und ausgezeichnete Beziehungen zu Banken bereit stellt. Halten Sie Abstand von online Anbietern die automatisierte Firmengründungen mit Kontoeröffnungen anbieten.

Tipp 7
Amtssprache ist Englisch

Achten Sie darauf, dass alle eingeforderten Dokumente in Englisch sind und/oder in Englisch übersetzt wurden. Amtssprache in den VAE ist Englisch.

Tipp 8
Reise (Identifikation bei der Bank)

In der Regel wird das Bankkonto in Dubai eröffnet, da die Banken in Dubai in kurzer Zeit vom Flughafen Dubai erreichbar sind. Die Hauptstraße namens Sheikh Zayed Road zieht sich vom Flughafen Dubai bis zu den Stränden von Jumeirah und kann als Anhaltspunkt betrachtet werden, da sie sich schnurgerade durch Dubai zieht. Die Banken befinden sich an dieser Straße oder in unmittelbarer Nähe und sind zudem im DIFC (Dubai International Financial Center) ansässig. Empfehlungen zu Banken sind schwierig da es tatsächlich auf den Berater ankommt. Banken wie die National Bank of Dubai (Emirates NBD) oder die Habib Bank und Abu Dhabi Commercial Bank (ADCB) sind Banken die Erfahrungen mit ausländischen Kunden vorweisen und international agieren. Ihre Kanzlei wird ihnen dazu Auskunft erteilen.

Tipp 9
Büroräumlichkeiten / Lagerstätten / Infrastruktur

Die Freihandelszonen bieten exzellente Infrastrukturen, angefangen von Büroflächen über Lagerhallen, bis hin zu vollausgestatteten medizinischen Infrastrukturen für Ärzte resp. Arztpraxen. Die Infrastrukturen sind teilweise einzigartig und preislich konkurrenzfrei. Zu beachten ist, dass die meisten Freihandelszonen sich auf gewisse Branchen spezialisiert haben (Bsp. Dubai Internet City, Dubai International Financial Center, Dubai Airport Freezone etc.) Fragen Sie Ihren Agenten und lassen Sie sich in der Wahl der passenden Freihandelszone beraten.

Tipp 10
Visa und Aufenthalt

Für International Business Companies werden grundsätzlich keine Visa erteilt. Alle anderen Gesellschaftsformen sind berechtigt Visa für Aktionäre, Direktoren, Mitarbeiter zu erhalten und anzumelden. Der Visaprozess dauert in der Regel 6 Wochen und das Visum kann nach Erteilung innerhalb einer Frist von 3 Monat eingelöst werden. Gute Kanzleien bieten diesen Service bereits in der Gründung von Freezone Gesellschaften (FZE) oder lokalen Gesellschaften (LLC) an.
Internationale Firmengründungen, Kontoeröffnungen, Verwaltungen von Firmenstrukturen, Kontakt:
Swiss Financial Yard AG
David Paulson
Grabenstrasse 32
6300 Zug
+41417406020
d.paulson@swissfinancialyard.ch
http://www.swissfinancialyard.ch
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